Eine Pilgerreise der Jakobusfreunde Breckerfeld
Alle zwei Jahre bieten die Jakobusfreunde Breckerfeld eine mehrtägige Pilgerreise an. Vom 5. bis 9. Oktober führte sie diesmal in die Eifel. Via Coloniensis heißt Kölnischer Weg und ist die Bezeichnung für den Jakobsweg von Köln nach Trier, der auch den Spuren der alten Römerstraße folgt. Diese Strecke ist 245 km lang und natürlich nicht in fünf Tagen von ungeübten Wanderern zu bewältigen.
Die Jakobusfreunde haben sie deshalb in Teilabschnitte von ca. 10 km zwischen Bad Münstereifel und Prüm aufgeteilt, die gut machbar waren. Diese Wegstrecken führten durch stille Wälder und idyllische Bachtäler, über offene Höhenzüge und vorbei an geschichtsträchtigen Orten der Nordeifel. Der Bus blieb vor Ort, brachte uns zum Startpunkt der Wanderungen und holte uns am Ende wieder ab. Zu Beginn jeder Wanderung gab uns unsere geistliche Begleiterin Helga Bokel einen Impuls mit auf den Weg, der zum Nachdenken anregte. Bis Mittwoch wurden die 30 Teilnehmer dabei noch von spätsommerlichen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein verwöhnt. Ab Donnerstag hielt dann der Herbst Einzug mit Nebel, Wind und Regen.
Untergebracht war die Gruppe in der katholischen Familienferienstätte St. Ludger, die auf einem Berghang oberhalb der Ortschaft Baasem liegt, mit herrlichem Panoramablick über die abwechslungsreiche Landschaft der Nordeifel. Schön war der geräumige Speisesaal mit großer Fensterfront, durch die wir morgens beim Frühstück beobachten konnten, wie die Sonne langsam aus dem Nebel aufstieg. Ein besonderes Highlight dieser Unterkunft war für viele sicherlich das große, wohltemperierte Hallenschwimmbad, das wir von 7.00 Uhr bis 21.30 Uhr kostenlos nutzen durften. Es gab Frühschwimmer und Feierabendschwimmer.
Die Eifel bietet aber nicht nur viel schöne Landschaft, sondern auch erstaunlich viele und interessante steinerne Zeugnisse der Vergangenheit. Hier war die erste Station die Stadt Bad Münstereifel mit ihrer mächtigen Burg, der weitgehend erhaltenen Stadtmauer und dem malerischen Altstadtkern. Eine sehr engagierte Stadtführerin brachte uns die bewegte Geschichte der Stadt und den Alltag ihrer Bewohner nahe. Angesichts des sanft durchs Städtchen plätschernden Flüsschens Erft kann man sich heute kaum vorstellen, dass die Erft im Juli 2021 die gesamte Altstadt überflutete und dabei riesige Schäden verursachte und sogar Menschenleben forderte. Hochwassermarken erinnern noch daran.
Die nächste Station war das Fachwerkstädtchen Blankenheim, in dem die Ahr entspringt. Es ist ebenfalls von einer mächtigen Burg gekrönt. Die sehr schöne Kirche St. Mariä Himmelfahrt haben wir besucht. Ein besonderer Höhepunkt der Pilgertage war der Besuch des malerischen Burgortes Kronenburg. Hoch über einem See gelegen, bietet der historische Ortskern mit seinen engen Gassen, den sorgfältig restaurierten Bruchsteinhäusern und den Resten der mittelalterlichen Burg ein eindrucksvolles Zeugnis vergangener Jahrhunderte. Der gesamte Ort steht unter Denkmalschutz.
Das Ziel der letzten Wanderetappe war die Stadt Prüm, die tief in der religiösen und kulturellen Geschichte der Region verwurzelt ist. Sie bildete sich um die im achten Jahrhundert von den Karolingern gegründeten Reichsabtei Prüm. Die mächtige Basilika St. Salvator, ein Prunkstück des Eifelbarock, wurde 1721 nach Plänen des berühmten Balthasar Neumann gebaut und prägt bis heute das Stadtbild. In ihrem Inneren birgt sie das Grab Kaiser Lothars I. (gest. 855) und einen Reliquienschrein, in dem die der Abtei vom Frankenkönig Pippin geschenkten Sandalen Christi (also: die original „Jesuslatschen“) aufbewahrt werden.
Den würdigen Abschluss dieser Reise bildete der Besuch von Trier, der ältesten Stadt Deutschlands, wo wir am letzten Tag mit dem Bus hinfuhren. Bei einer sehr interessanten und lebendigen Stadtführung wurden wir mit den wichtigsten römischen Stätten, wie der Porta Nigra und der Konstantin-Basilika, die heute eine evangelische Kirche ist, vertraut gemacht, ebenso mit den Zeugnissen der kirchlichen Geschichte, wie dem Simeonstift, dem Dom und seinem gotischen Gegenstück, der schönen Liebfrauenkirche. Auch der neueren Geschichte wurde mit dem Karl-Marx-Denkmal Rechnung getragen. Die Begeisterung für diese interessante Stadt wurde gedämpft durch das anhaltend kalte und nasse Wetter. Aber in der Weinstube am Dom (und anderen netten Gaststätten) konnte man sich dann mit einer Kartoffel- oder Kürbissuppe oder anderen Köstlichkeiten wieder aufwärmen. Anschließend brachte uns unser freundlicher, umsichtiger und hilfsbereiter Busfahrer Thomas wieder sicher zurück nach Breckerfeld.
Text: Monika Barkley

